So hilfst du deinem Kind in der Trotzphase

Die Trotzphase ist ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Während der sogenannten Autonomiephase lernt dein Kind, einen eigenen Willen zu entwickeln und sich gegenüber den Eltern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen durchzusetzen.

Mit häufigen Trotzreaktionen und Wutanfällen musst du dich jedoch nicht abfinden. Unsere Tipps können dir dabei helfen, mit der Trotzphase deines Kindes richtig umzugehen und eine gute Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen.

Familie Kind bockigWoran erkenne ich dass mein Kind in der Trotzphase ist?

In der Trotzphase kommt es häufig zu Wutanfällen und Trotzreaktionen. Diese Phase kann sehr anstrengend sein und stellt für Eltern und Kinder eine große Herausforderung dar. Als Mutter oder Vater wirst du oft ratlos und ängstlich sein oder dir Vorwürfe machen, dass du bei der Erziehung etwas falsch gemacht hast.

Selbstvorwürfe sind jedoch nicht notwendig, denn die kindliche Trotzphase ist ein natürlicher Entwicklungsprozess und dient dazu, dass dein Kind Selbstständigkeit entwickelt und lernt, sich von den Eltern abzugrenzen. In dieser Phase machen sich die meisten Kinder lautstark bemerkbar, wenn sie nicht das bekommen, was sie möchten. Die Trotzphase beginnt meist im zweiten Lebensjahr, wenn Kleinkinder ihre Grenze ausprobieren und lernen, sich von den Eltern zu lösen.

Sobald das Kind dabei auf den geringsten Widerstand stößt oder das Vorhaben nicht so klappt wie gewünscht, kann eine heftige Trotzreaktion die Folge sein. In solchen Situationen rasten manche Kinder aus, weinen, schreien oder schlagen um sich. Nicht immer ist es möglich, den Nachwuchs zu beruhigen.

Auch wenn die Situation für dich nur schwer auszuhalten ist, solltest du Ruhe bewahren und dich nicht zu Äußerungen und Handlungen hinreißen lassen, die du später bereuen wirst. Die Trotzphase wird in der Kindererziehung zu Recht als Autonomiephase bezeichnet, da diese ein wichtiger Entwicklungsschritt ist.

Die Trotzphase ist ein natürlicher Entwicklungsprozess

Obwohl die Trotzphase sowohl für Kinder als auch für die Eltern eine herausfordernde und nervenaufreibende Phase ist, handelt es sich dabei um einen natürlichen Entwicklungsprozess. Die Trotzphase wird von jedem Kind in unterschiedlich ausgeprägter Intensität durchlaufen. Um deinen Nachwuchs in diesem wichtigen Entwicklungsschritt zu unterstützen, solltest du viel Geduld und Verständnis aufbringen.

Manchmal treten die Trotzreaktionen spontan auf, sodass das Kind bereits bei geringen Anlässen mit Gefühlsausbrüchen reagiert. In der Regel dauert die Trotzphase so lange, bis das Kind eine Ich-Identität entwickelt hat und die eigenen Emotionen kontrollieren kann. Die Autonomiephase ist oft bereits nach ihrem dritten Geburtstag abgeschlossen, allerdings benötigen manche Kinder deutlich mehr Zeit, um eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln.

Mit einem verständnisvollen Erziehungsstil kannst du deinem Kind helfen, sein Selbstbewusstsein zu stärken und gleichzeitig klare Grenzen setzen. Für die sozial-emotionale Entwicklung ist es wichtig, dass du deinem Nachwuchs mit Geduld und Wertschätzung begegnest.

Dauer und Verlauf der Autonomiephase sind im Wesentlichen davon abhängig, ob es dir gelingt, deinem Kind Sicherheit und Verständnis zu vermitteln und es gleichzeitig dabei zu unterstützen, mehr Frustrationstoleranz zu entwickeln. In der Trotzphase müssen Kinder lernen, negative Gefühle auszuhalten und zu beherrschen. Meist klappt dies im Verlauf des vierten Lebensjahres, sodass der Umgang mit dem Nachwuchs wieder einfacher wird.

Junge schreitWarum die Trotzphase für die Persönlichkeits- entwicklung wichtig ist

Die Trotzphase trägt grundlegend zur Persönlichkeitsentwicklung bei, da sich in dieser Entwicklungsphase das Ich-Bewusstsein entwickelt. Dein Kind möchte nun seine Willensstärke unter Beweis stellen, indem es deine Anweisungen und Aufforderungen bewusst ignoriert. Mit seinem Verhalten will dein Kind dich provozieren, um die Grenzen auszuloten und zu erfahren, wie die Eltern darauf reagieren.

Das Kleinkindalter ist durch zwei wichtige Entwicklungsschritte, die motorische Entwicklung und die Sprachentwicklung geprägt. Darüber hinaus vervielfacht sich in dieser Phase der Wortschatz deines Kindes, das bereits im zweiten oder dritten Lebensjahr über ein großes Ausdrucksvermögen verfügt.

Sobald ein Kind in der Lage ist, eigene Wünsche zu äußern, wird es auch seinen Willen kundtun. Dein Nachwuchs ist nun endgültig dem Babyalter entwachsen und muss nicht mehr beim Laufen an die Hand genommen werden. Diese Erfahrungen, die sich positiv auf das Selbstbewusstsein auswirken, prägen das Kleinkind und tragen dazu bei, dass der Wunsch nach mehr Selbstbestimmtheit und Autonomie immer größer wird.

Obwohl Kinder schon im Alter von einem Jahr einen eigenen Willen haben, können sie diesen noch nicht in Worte fassen. Ab dem zweiten Lebensjahr ändert sich dies und dein Kind wird seinen Wünschen durch lautes Brüllen, spontanen Wutanfällen sowie körperlichen Attacken wie Schlagen und Treten Ausdruck verleihen.

Das Trotzalter ist auch für Eltern keine einfache Phase

Aggressive Kinder zu beruhigen, ist keine leichte Aufgabe. Dennoch solltest du nicht die Geduld verlieren, auch wenn sich der Nachwuchs schreiend auf dem Boden wälzt und deinen Anordnungen nicht Folge leistet. Kindliche Wutanfälle sind keinesfalls gegen die Eltern gerichtet, sondern eine Verhaltensweise, die dazu dienen soll, selbstständig zu werden.

Meist befinden sich Kinder im Trotzalter im Zwiespalt zwischen Abenteuergeist und Trennungsangst. Einerseits wollen sie selbst Entscheidungen treffen und ihre Umgebung auf eigene Faust entdecken, andererseits benötigen sie die Geborgenheit der Eltern. Daraus entstehen oft innere Spannungen, die dann zu heftigen Gefühlsausbrüchen führen.

In der späten Trotzphase erleben die Kinder den Unterschied zwischen Wollen und Können. Sie müssen lernen, dass sich nicht jedes Vorhaben verwirklichen lässt und nicht jedes Bedürfnis erfüllt wird.

Diese Erfahrungen sind für die weitere Entwicklung von großer Bedeutung. Auch wenn das Trotzalter für die ganze Familie eine schwierige Phase ist, können Konfrontationen, die das Zusammenleben erschweren, meist vermieden werden. Damit das Familienleben für alle Beteiligten weiterhin harmonisch verläuft, solltest du dein Kind in der Trotzphase unterstützen.

Mädchen gelb bockigMit Geduld und Verständnis kannst du dein Kind in der Trotzphase unterstützen

Grundsätzlich ist trotziges Verhalten eine normale Erscheinung. Abhängig vom Charakter und Temperament deines Kindes können die Trotzreaktionen in ihrer Häufigkeit und Heftigkeit unterschiedlich ausfallen. Auch wenn du genervt bist und das Gefühl hast, den Alltag mit deinem Kind kaum zu bewältigen, solltest du wissen, dass die Trotzreaktionen schon ab dem dritten Lebensjahr seltener werden.

Meist sind enttäuschte Erwartungen der Grund für Geschrei und Wutattacken. Du kannst dein Kind liebevoll in den Arm nehmen, um es zu beruhigen und ihm erklären, warum nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Am Anfang der Trotzphase, wenn die Kinder ihre Gefühle noch nicht kontrollieren können, kann es zu heftigen Konflikten kommen.

Damit sich das Kind wieder beruhigt, ist es wichtig, verständnisvoll zu reagieren. Wenn möglich, solltest du dein Kind auch Dinge ausprobieren lassen, damit es Erfahrungen sammeln kann und lernt, angemessen zu reagieren. Außerdem kannst du deinem Kind helfen, indem du Alternativen aufzeigst oder ganz einfach da bist, wenn es Trost und Unterstützung benötigt. Mit Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen hilfst du deinem Kind, die Trotzphase zu bewältigen.

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