Kinder zur Selbstständigkeit erziehen mithilfe der Montessori Pädagogik

Obwohl jedes Kind eine eigenständige Persönlichkeit ist, wird diese Tatsache bei der Erziehung und in der Schule meist nicht berücksichtigt. Selbstvertrauen und Selbstständigkeit können Kinder jedoch nur lernen, wenn sie mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert werden. Die Montessori Pädagogik hat viele Vorteile und unterscheidet sich erheblich von den konventionellen Lehrmethoden und versucht, mithilfe eines neuen Ansatzes die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen. 

Hirn buntDie Hauptziele der Montessori Pädagogik

Die Montessori Pädagogik wurde von der italienischen Medizinerin Maria Montessori, die sich bereits während ihres Medizinstudiums mit Kinderheilkunde beschäftigte, entwickelt. Zu den Hauptzielen der Montessori-Methode, die mittlerweile weltweit gelehrt wird, gehört die Erziehung zur Selbstständigkeit. Gleichzeitig soll den Kindern Selbstvertrauen vermittelt werden.

Das Montessori-Konzept basiert auf sieben Bausteinen. Dazu zählen die freie Wahl der Arbeit, eine vorbereitete Umgebung sowie die Unterstützung des Kindes durch Hilfe zur Selbsthilfe. Außerdem beinhaltet die Montessori Pädagogik einfache Übungen des praktischen Lebens, die sich an den geistigen Fähigkeiten des Kindes orientieren. In der Montessori Pädagogik kommen spezielle Montessori-Materialien zum Einsatz.

Das Programm beinhaltet auch eine kosmische Erziehung. Heutzutage wird die von Maria Montessori entwickelte Methode als alternative Form der Pädagogik, die im Kontrast zu herkömmlichen Lehrmethoden steht, betrachtet.

Warum die Montessori Pädagogik als weltoffen und humanistisch gilt

In der Montessori Pädagogik steht das Kind immer an erster Stelle. Bei dieser Lehrmethode wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch als Individuum auf die Welt kommt und deshalb eine einzigartige Persönlichkeit besitzt. Wenn du dein Kind nach diesem Konzept erziehen willst, kannst du es beispielsweise in einem Montessori-Kindergarten anmelden. Die Montessori Pädagogik gilt als weltoffen und humanistisch und ist heutzutage hochaktuell.

Das Ziel dieser Methode besteht darin, die Lernprozesse des Kindes maximal zu fördern. Da jedes Kind nach einem eigenen Rhythmus lernt, kann die Montessori Pädagogik dabei helfen, den natürlichen Lerndrang zu fördern. Ein Kind lernt am besten, wenn es entsprechend motiviert wird. Es ist deshalb wichtig, sich um eine kindgerechte Umgebung zu kümmern, sodass die Freude am Lernen gewährleistet ist. Bei alltäglichen Handlungen ahmen die meisten Kinder das Verhalten ihrer Eltern oder anderer Bezugspersonen nach. In der Montessori Pädagogik wird diese Tatsache berücksichtigt, indem die Lehrer die Kinder zunächst anleiten und dann dafür sorgen, dass diese ihre eigenen Erfahrungen machen können.

Falls nötig, steht das Lehrpersonal beratend zur Seite. Die meisten Kinder können das Gelernte besser verinnerlichen, wenn sie die Möglichkeit haben, sich aktiv am Geschehen zu beteiligen und selbst Erfahrungen machen dürfen. Wenn du mit deinem Kind übst oder die Hausaufgaben kontrollierst, solltest dich auf die kindlichen Bedürfnisse einstellen und das Lerntempo deines Kindes respektieren.

Buchstaben Comic​Die Montessori Pädagogik - eine individuelle und unabhängige Lehrmethode

Seit einigen Jahren gewinnt die Montessori Pädagogik zunehmend an Bedeutung. Das Interesse an einer individuellen und unabhängigen Lehrmethode spricht immer mehr Eltern an. Inzwischen wird die Montessori-Methode als Alternative zum leistungsbetonten Schulsystem in Deutschland betrachtet. In der Montessori Pädagogik werden alle Schüler gleich behandelt, sodass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich entsprechend den eigenen Fähigkeiten und Talenten frei zu entfalten.

Beim Montessori-Konzept stehen Freiheit und Selbstständigkeit im Mittelpunkt. Selbstständiges Verhalten ist ausdrücklich erwünscht. Die Montessori Pädagogik geht davon aus, dass schulische Leistungen nur durch selbstreguliertes Lernen zu erreichen sind. Deshalb sollen die Kinder genügend Freiraum erhalten, damit sie sich frei entwickeln können. Die Umgebung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Lernbereitschaft und die Aktivitäten des Kindes. Zum konzentrierten Lernen ist eine durchstrukturierte Umgebung, die sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert, notwendig.

In der Montessori Pädagogik spielen die Lehrer und Erzieher eine besondere Rolle. Während die Lehrkräfte im klassischen Schulsystem hauptsächlich Wissensvermittler sind, haben die Lehrer in der Montessori Pädagogik vor allem beobachtende und unterstützende Funktionen. Zu den Lehraufgaben gehören das Anleiten und das aktive Unterstützen der Kinder bei neuen Aufgaben. Gleichzeitig dürfen alle Kinder eigene Erfahrungen machen und können Lehrprobleme jederzeit mit dem Lehrer besprechen.

Die Regeln der Montessori Pädagogik

Die individuelle Beobachtung des Kindes gehört ebenso zum Aufgabengebiet von Montessori-Lehrkräften wie die Einführung in neue Lernmaterialien. Vor allem sollen die Kinder gefördert werden, damit sie lernen, unabhängig zu werden und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Ganz ohne Regeln geht es jedoch auch in der Montessori Pädagogik nicht. Allerdings werden die Regelungen, die beim Lernen gelten, von Lehrern und Kindern gemeinsam vereinbart.

Bei der Erziehung nach dem Montessori-Prinzip wird viel Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Kind gelegt. Dabei steht die individuelle Entwicklung des Kindes im Fokus. Dieser Lernprozess kann bereits mit der Geburt beginnen. Wenn du dich für die Montessori Pädagogik als Erziehungsmethode entscheidest, kannst du deinen Nachwuchs schon in den ersten Lebensjahren nach diesem Prinzip erziehen.

Bevor du dein Kind in einem Montessori-Kindergarten anmeldest, kannst du es gezielt auf die Kindergartenzeit vorbereiten, indem es zu Hause kleine Aufgaben übernimmt, für deren Erledigung es zuständig ist. Der Schwerpunkt im Montessori-Konzept liegt in der frühkindlichen Erziehung und im Erwerb von Wissen. In vielen Schulen wird die Montessori Pädagogik auch in höheren Jahrgangsstufen angewandt.

Ist die Montessori Pädagogik für jedes Kind geeignet?

Das Erlernen von Schlüsselkompetenzen hat in der Montessori Pädagogik oberste Priorität. Gleichzeitig wird auch auf einen freundlichen, respektvollen Umgang der Schüler miteinander geachtet. Um diese Ziele zu erreichen, muss eine innerschulische und außerschulische Umgebung geschaffen werden, die dazu geeignet ist, die sozialen Kompetenzen sowie die emotionale Stabilität zu stärken.

Die Montessori Pädagogik unterscheidet sich in vielen Dingen vom herkömmlichen Schulsystem. Bevor du dein Kind in einer Montessori-Schule oder einem Montessori-Kindergarten anmeldest, solltest du dich über diese Lehrmethode informieren. Die Frage, ob das Montessori-Konzept für dein Kind geeignet ist oder nicht, lässt sich erst beantworten, wenn du alle Vor- und Nachteile dieser Methode kennst. Grundsätzlich ist eine Montessori-Schule für jedes Kind geeignet.

Besondere Voraussetzungen müssen nicht erfüllt werden. In der Montessori Pädagogik gibt es allerdings keine Noten. Deshalb werden die Leistungen deines Kindes auch nicht mit Zensuren bewertet. Die Schüler bekommen immer zum Halbjahr sowie zum Jahresende einen persönlichen Leistungsbericht, der dazu dient, sich einen Überblick über die eigenen Fähigkeiten und den Wissensstand zu verschaffen. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Einschätzungsgespräche mit den Lehrern geführt.

Eine Montessori-Schule legt für jeden Schüler einen IzEL-Bogen (Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess) an, in dem alle Lernfortschritte und das Sozial- und Arbeitsverhalten des Kindes detailliert aufgeführt werden. Jede Schulklasse arbeitet in jahrgangsgemischten Gruppen, sodass Erst- und Viertklässler gemeinsam unterrichtet werden. Dadurch sollen das soziale Miteinander gestärkt und die Kooperation mit anderen Kindern gefördert werden. Das Prinzip der Jahrgangsmischung basiert auf dem Grundsatz, dass die Kleinen von den Großen lernen.

Buchstaben Holz ABCDie zentralen Elemente der Montessori Pädagogik

Die Freiarbeit gehört zu den zentralen Elementen der Montessori Pädagogik. Während dieser Zeit kann sich jeder Schüler eine Beschäftigung mit bestimmten Lernmaterialien frei aussuchen. Von den Lehrkräften wird kein Stoff vorgegeben, allerdings stehen die Pädagogen bei Fragen oder Problemen unterstützend zur Verfügung. Auf den üblichen Frontalunterricht wird in der Montessori Pädagogik weitgehend verzichtet.

Individualität und Selbstständigkeit sind bei dieser Lehrmethode wesentlich wichtiger. Während in der Regelschule alle Kinder dieselben Aufgaben zur gleichen Zeit erledigen, können Schüler in einer Montessori-Schule den Lehrstoff in Einzelarbeit gemäß dem eigenen Lerntempo bearbeiten. Beim Lernen nach der Montessori-Methode sind grundsätzlich alle Schulabschlüsse möglich.

So können in einer Montessori-Schule staatlich anerkannte Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur abgelegt werden. Die Abschlussprüfungen werden in der Regel extern an staatlichen Schulen absolviert. Am Ende des neunten Schuljahres kann zusätzlich ein Montessori-Abschluss erworben werden.

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