Den richtigen Erziehungsstil finden

Der Erziehungsstil hat einen großen Einfluss auf die gesunde Entwicklung eines Kindes. Die einzelnen Erziehungsmethoden unterscheiden sich jedoch ganz wesentlich voneinander. Idealerweise sollte sich der Erziehungsstil am Bedarf und an den Interessen der Kinder orientieren. Um den richtigen Erziehungsstil zu finden, ist es wichtig, verschiedene Alternativen zu vergleichen und dabei auch die eigenen Vorstellungen zu berücksichtigen.

Happy FamilyWelche Erziehungsstile gibt es?

Meist beschäftigen sich zukünftige Eltern schon während der Schwangerschaft mit der Frage, wie das Kind erzogen werden soll. Die Geburt eines Babys verändert das Familienleben. Es ist deshalb wichtig, dass du dir vorher schon Gedanken über die Kindererziehung machst und am besten verschiedene Erziehungsstile miteinander vergleichst. Dabei fällt sofort auf, dass es verschiedene Erziehungsstile gibt, die sich in vielen Dingen voneinander unterscheiden. Zu den wichtigsten Erziehungsstilen gehören die autoritäre, die antiautoritäre und die autokratische Erziehung.

Darüber hinaus gibt es weitere Erziehungsstile, die als demokratisch, egalitär, permissiv oder autoritativ bezeichnet werden. In der Erziehungswissenschaft werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet, um die einzelnen Erziehungsstile zu beschreiben. Beim autokratischen Erziehungsstil wird von einem Kind absoluter Gehorsam erwartet. In diesem Fall bestimmst du über die gesamte Lebensführung deines Nachwuchses. Die Regeln werden allein von dir aufgestellt. Erziehungsstile wie die autokratische Erziehungsform sind durch strikte Regeln geprägt und lassen nicht viel Freiraum. Leider wird auch die Eigeninitiative dabei unterdrückt und dein Kind kann möglicherweise durch Sanktionen eingeschüchtert werden. Verglichen mit anderen Erziehungsstilen gilt die autokratische Erziehung mittlerweile als überholt und altmodisch.

Autoritär oder antiautoritär? - Worauf solltest du beim Erziehungsstil achten?

Der autoritäre Erziehungsstil ist ebenfalls von Pflichterfüllung und Gehorsam geprägt. Wenn dein Kind alle Regeln einhält, wird es dafür belohnt. Bei Regelverstößen können jedoch empfindliche Strafen drohen. Beim autoritären Erziehungsstil stehen Disziplin, Ordnung und Sauberkeit im Mittelpunkt. Dein Kind muss hohe Erwartungen erfüllen, wenn du dich für diesen Erziehungsstil entscheidest. Die autoritäre Erziehung lässt einem Kind nicht viele Freiheiten, um sich selbst zu verwirklichen.

Das strenge Erziehungsprinzip beschränkt sich nicht ausschließlich auf außerschulische Aktivitäten, sondern bestimmt den gesamten Tagesablauf. Beim autoritären Erziehungsstil müssen strenge Zeitpläne eingehalten werden. Mittlerweile wird eine autoritäre Erziehungsweise als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Stattdessen wird eine bedürfnisorientierte Erziehung, die auch die Interessen des Kindes mit einbezieht, empfohlen. Der antiautoritäre Erziehungsstil gilt als sehr liberal, da das Kind bei vielen Dingen selbst entscheiden kann. Bei diesem Erziehungsstil ist gewährleistet, dass sich dein Kind absolut frei entfalten kann.

Als Mutter oder Vater kannst du zwar Vorschläge machen, allerdings muss dein Kind deine Regeln nicht akzeptieren, wenn es antiautoritär erzogen wird. Bestrafungen und Sanktionen kommen beim antiautoritären Erziehungsstil nicht vor. Dadurch kann das Kind ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln. Bei diesem Erziehungsstil besteht allerdings ein hohes Risiko für Fehlentscheidungen, da besonders jüngere Kinder noch nicht in der Lage sind, wichtige Entscheidungen eigenständig zu treffen.

Junge mit BuchDie Vorteile und Nachteile einzelner Erziehungsstile

Der autoritative Erziehungsstil ist eine Kombination aus autoritärer und liberaler Erziehung. Bei dieser Erziehungsform lebst du deinem Kind vor, was du von ihm erwartest. Außerdem wird dem Kind ein gewisser Handlungsspielraum eingeräumt, während gleichzeitig klare Grenzen gesetzt werden. Bei der autoritativen Erziehung ist es deine Aufgabe, die Regeln aufzustellen und diese deinem Kind zu erklären. Nach Möglichkeit beziehst du deinen Nachwuchs mit in den Entscheidungsprozess ein, allerdings triffst nur du die Entscheidungen.

Im autoritativen Erziehungsstil wird davon ausgegangen, dass Kinder schon viel Verantwortung übernehmen können. Autoritativ erzogene Kinder sollen sich an den Wertvorstellungen ihrer Eltern orientieren. Der demokratische Erziehungsstil räumt Kindern ein gewisses Mitspracherecht ein. Zwar werden die Regeln von den Eltern vorgegeben, die dem Kind alles Notwendige erklären, jedoch darf der Nachwuchs alle Regelungen auch hinterfragen. Wenn das Kind gute Argumente vorbringen kann, werden die Regeln auch geändert.

Beim demokratischen Erziehungsstil wird auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern besonders viel Wert gelegt. Deine Kinder müssen sich nicht automatisch an die besprochenen Regeln halten, wenn sie diese als zu streng oder als ungerecht empfinden. Wenn du deine Kinder im demokratischen Erziehungsstil erziehen möchtest, überträgst du deinem Nachwuchs viel Eigenverantwortung.

Wie funktioniert der egalitäre Erziehungsstil?

Nach einem ähnlichen Prinzip wie die demokratische Erziehung funktioniert auch der egalitäre Erziehungsstil. Bei diesem Erziehungsprinzip bestimmen du und deine Kinder alles gemeinsam. Wenn dein Kind mit einer Regel nicht einverstanden ist, wird über das Problem diskutiert. Beim egalitären Erziehungsstil erstellst du keine Regeln, sondern machst Vorschläge. Für diese Erziehungsform benötigst du viel Geduld.

Bis die Dinge endgültig geklärt sind und eine Lösung gefunden ist, kann viel Zeit vergehen. Wenn du deine Kinder sehr freizügig erziehen willst, interessiert dich sicher der permissive Erziehungsstil. Diese Erziehungsform erlaubt es Kindern, dass sie machen dürfen, was sie wollen. Die Hauptaufgabe der Eltern besteht hingegen darin, die Kinder zu verwöhnen. Dies kann im Extremfall jedoch bedeuten, dass du auch schlechtes Verhalten tolerieren musst. Bestrafungen sind beim permissiven Erziehungsstil nicht vorgesehen. Für ein Kind bedeutet diese Erziehungsform, dass es viel Eigeninitiative aufbringen muss.

Unabhängig davon, für welchen Erziehungsstil du dich entscheidest, ist es wichtig, dass beide Elternteile bei der Kindererziehung zusammenarbeiten. Für die Kinder ist es wichtig, dass im Elternhaus nur ein Erziehungsstil praktiziert wird und nicht ein Elternteil autoritär und der andere antiautoritär ist.

Welcher Erziehungsstil ist für deine Kinder am besten geeignet?

Bevor du Entscheidungen über die Kindererziehung triffst, solltest du dich mit deinem Partner abstimmen. Der ideale Erziehungsstil muss deinen Vorstellungen entsprechen und auch zum Temperament deines Kindes passen. Eine Patentlösung gibt es in der Kindererziehung jedoch nicht. Es wird allerdings empfohlen, Kinder möglichst ausgewogen zu erziehen. Um Missverständnisse und unnötige Auseinandersetzungen zu vermeiden, solltest du flexibel bleiben und deinen Erziehungsstil an die individuellen Bedürfnisse deiner Kinder anpassen.

Wenn du bemerkst, dass deine Erziehungsmethode nicht funktioniert, kann es notwendig sein, Veränderungen oder Anpassungen vorzunehmen. Unabhängig von deinem Erziehungsstil hast du als Mutter oder Vater grundsätzlich eine Vorbildfunktion. Deine Kinder lernen leichter, sich richtig zu verhalten, wenn sie sich am Verhalten ihrer Eltern orientieren können. Es empfiehlt sich, beim Erziehungsstil extreme Entscheidungen zu vermeiden. Für die gesunde Entwicklung deiner Kinder ist eine totale Überwachung ebenso ungünstig wie völliger Freiraum.

Jedoch ist der gesunde Mittelweg auch nicht immer die beste Option. Damit sich deine Kinder bei dir wohlfühlen und sich eine vertrauensvolle Eltern-Kind-Beziehung entwickelt, solltest du dich frühzeitig über die verschiedenen Erziehungsstile informieren.

Hände haltenWarum es wichtig ist einen persönlichen Erziehungsstil zu entwickeln!

Jeder Erziehungsstil hat Vorteile und Nachteile. Eventuell kannst du mehrere Ansätze kombinieren und dadurch deinen persönlichen Erziehungsstil entwickeln. Um Probleme bei der Kindererziehung zu vermeiden, ist es wichtig, zunächst die Erziehungsziele festzulegen. Wie willst du deine Kinder erziehen? Ist dir Strenge und das Einhalten von Regeln wichtig oder möchtest du, dass deine Kinder glücklich und unbeschwert aufwachsen, ohne sich um Regelungen zu kümmern?

Damit du den richtigen Erziehungsstil findest, musst du auch deine eigenen Vorstellungen berücksichtigen. Deine Kinder benötigen eine Ansprechperson, die sie in konkreten Situationen unterstützt und auf die sie sich jederzeit verlassen können. Dabei musst du als Mutter oder Vater nicht perfekt sein. Bei der Kindererziehung können auch Fehler passieren. Entscheidend ist deshalb, dass du lernst, deine Fehler zuzugeben und offen damit umzugehen. Du bist auch dann eine gute Mutter (oder ein guter Vater), wenn etwas schiefgelaufen ist. Viel wichtiger als die Einhaltung von Regeln ist, eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen.

 

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