Aktiv Zuhören und Kinder besser verstehen

Missverständnisse können in der beruflichen oder privaten Kommunikation schwerwiegende Folgen haben. Wenn Menschen anders reagieren als erwartet sind oft Verständigungsschwierigkeiten der Grund dafür. In der Kindererziehung können durch Fehlinterpretationen gravierende Missverständnisse zulasten der Kinder entstehen.

Durch Kommunikationsschwierigkeiten kann es zu Beziehungsproblemen zwischen Eltern und Kindern kommen. Aktives Zuhören ist eine Möglichkeit, um Missdeutungen zu vermeiden, Kinder verstehen zu lernen und zukünftig erfolgreich zu kommunizieren!

Aktives ZuhörenWarum ist aktives Zuhören so wichtig?

Beim aktiven Zuhören geht es darum, die Kinder besser zu verstehen und deren Belange und Probleme richtig wahrzunehmen. Grundsätzlich kann jedes Wort und jede Aussage missverstanden werden, auch wenn du der Meinung bist, dass du dich eigentlich deutlich ausgedrückt hast. Da jeder Mensch unterschiedlich empfindet und andere Vorstellungen hat, sind Unstimmigkeiten oft vorprogrammiert.

Die Folgen von Kommunikationsproblemen können von kleinen Missstimmungen bis zu großen Konflikten reichen. Wenn du aktiv zuhörst, kannst du Fehlinterpretationen vermeiden und lernst, deine Kinder besser zu verstehen. Erfolgreicher kommunizieren bedeutet auch, auf die Kinder einzugehen und diese zu ermutigen, sich mitzuteilen.

Wenn du mit deinen Kindern sprichst, so hast du möglicherweise schon bemerkt, dass manche Faktoren die Kommunikation erschweren können oder eine Verständigung sogar unmöglich machen. Manche Kinder können ihre Bedürfnisse noch nicht verbal ausdrücken, weil sie nicht in der Lage sind, Mehrwortsätze zu bilden oder weil sie Lautbildungsfehler machen. Durch aktives Zuhören kannst du dein Kind unterstützen und es ermutigen, seine Wünsche auszusprechen.

Manchmal wirst du bemerken, dass dein Kind auf deine Fragen nicht reagiert. Dies kann daran liegen, dass es die Antwort nicht weiß oder sie aus einem anderen Grund nicht nennen möchte. Wenn du aktiv zuhörst und auf jedes Detail achtest, wirst du dennoch erkennen, was dein Kind dir mitteilen will. Oft entstehen Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation ungewollt. Eine unklare Ausdrucksweise, die verschiedene Interpretationen zulässt, ist häufig Anlass für Meinungsverschiedenheiten.

Worauf kommt es beim aktiven Zuhören an?

Aktives Zuhören ist eine besondere Technik, die vom Psychotherapeuten Carl Rogers entwickelt wurde. Diese Methode basiert auf einer empathischen, respektvollen und offenen Einstellung gegenüber dem Gesprächspartner und den Gesprächsinhalten. In der Kindererziehung kommt es beim aktiven Zuhören darauf an, genau auf die Worte des Kindes zu achten und falls notwendig anschließend klärende Fragen zu stellen.

Damit die Methode funktioniert, müssen insgesamt fünf Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Die wichtigste Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Konzentration. Um Missverständnisse auszuschließen, ist ein hohes Aufmerksamkeitsniveau beim aktiven Zuhören notwendig. Aktives Zuhören gelingt nur, wenn potenzielle Ablenkungsfaktoren beseitigt werden und du dich völlig auf dein Kind konzentrierst.

Vermeide es, nebenbei zu telefonieren oder dich mit Hausarbeiten wie Kochen und Putzen zu beschäftigen, wenn dein Kind dir etwas mitteilen möchte. Aktiv zuhören heißt, dem Gesprächspartner, also deinem Kind, die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Aufrichtige Anteilnahme ist eine weitere Grundvoraussetzung, auf die von Erziehungswissenschaftlern im Zusammenhang mit aktivem Zuhören in der Kindererziehung immer hingewiesen wird.

Eine erfolgreiche Kommunikation mit deinen Kindern ist nur möglich, wenn du Geduld und Einfühlungsvermögen zeigst. Falls sich dein Kind missverständlich ausdrückt, solltest du immer nachfragen, wie etwas gemeint ist. Techniken wie aktives Zuhören können dir dabei helfen, die Kommunikation mit deinen Kindern zu verbessern.

Frau hört zuAktives Zuhören verbessert die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern

Aktiv Zuhören kannst du beispielsweise mithilfe einer 3-Schritte-Technik lernen. Diese Lerntechnik basiert auf drei Abschnitten, die in aufnehmendes Zuhören, dem Wiederholen des Gesprächsinhalts mit eigenen Worten sowie dem anschließenden Verbalisieren und Wiedergeben mit eigenen Worten gegliedert werden.

Im Klartext bedeutet dies, gezielt nachzufragen und den Inhalt des Gesagten zusammenzufassen. Aktives Zuhören soll dazu beitragen, den Gesprächsverlauf zu verbessern, Missverständnisse auszuschließen und die Kommunikation im Allgemeinen zu optimieren. Indem du aktiv zuhörst, konzentrierst du dich auf dein Kind, während du selbst nichts oder nur wenig sagst.

Wenn du diese Gesprächstechnik beherrscht und richtig anwendest, kannst du dein Kind ermutigen, sich mitzuteilen und ihm gleichzeitig helfen, wichtige Dinge in Worte zu fassen. Außerdem soll aktives Zuhören eine Aufmerksamkeitssteigerung bewirken, da du während der Konversation jedes einzelne Wort bewusst wahrnimmst.

So kannst du Missverständnisse und Falschinterpretationen durch aktives Zuhören vermeiden

In der zwischenmenschlichen Kommunikation kann es durch Falschinterpretationen schnell zu Missverständnissen und Unstimmigkeiten kommen, welche die Beziehungen belasten können. Durch aktives Zuhören kannst du Missinterpretationen vorbeugen.
Typische Kommunikationsfehler, die häufig vorkommen, sind durch aktives Zuhören leicht vermeidbar.

Vermeide es, geschlossene Fragen zu stellen, die dein Kind dann nur mit "ja" oder "nein" antworten kann und stelle stattdessen offene Fragen. Eine offene Frage ist beispielsweise: was hast du heute in der Schule gelernt? So kann dein Kind ausführlich antworten, den schulischen Alltag beschreiben und dabei auch über eventuelle Probleme mit Lehrern oder Mitschülern berichten.

Indem du aktiv zuhörst, respektierst du dein Kind. Du wirst schnell merken, wenn es zu aufgewühlt oder emotional belastet ist, weil es in Konflikte verwickelt war oder etwas Unangenehmes erlebt hat. Höre aktiv zu und ermutige dein Kind, mit dir auch über Probleme zu sprechen. Manchmal musst du damit rechnen, dass dein Nachwuchs die Kommunikation abbricht, weil sich das Kind von dir nicht verstanden fühlt.

Dies solltest du nicht persönlich nehmen, sondern versuchen, deine Kommunikation zu optimieren und besser auf dein Kind einzugehen. Bei Missverständnissen kannst du den Gesprächsinhalt mit deinen eigenen Worten wiederholen, sodass dein Kind die Möglichkeit hat, dir zu bestätigen, dass du alles richtig verstanden hast.

Da aktives Zuhören ein Gespräch verlangsamen kann, solltest du dir mehr Zeit dafür nehmen. Aktives Zuhören ist grundsätzlich für alle Beteiligten vorteilhaft. Mit aktivem Zuhören vermittelst du deinen Familienmitgliedern das Gefühl, dass sie dir wichtig sind. Als aktiver Zuhörer/in solltest du im Gespräch mit deinen Kindern auf jedes Detail achten. Um dieses Ziel zu erreichen, musst du dich vollkommen auf das Gespräch konzentrieren.

Gummibären grün und rot hören zuDie Eltern-Kind-Beziehung durch aktives Zuhören verbessern

Beim aktiven Zuhören sind eine offene, zugewandte Körperhaltung sowie ausreichend Blickkontakt sehr wichtig. Dadurch signalisierst du Interesse und gibst deinem Kind das Gefühl, dass es ernst genommen wird. Die nonverbale Körpersprache ist beim aktiven Zuhören ebenso wichtig wie das gesprochene Wort. Kinder sind sehr feinfühlig und spüren genau, ob die Eltern tatsächlich Zeit haben und sich für die kindlichen Belange interessieren.

Durch deine Körperhaltung zeigst du deinem Kind, dass es deine volle Aufmerksamkeit bekommt. Gleichzeitig solltest du dich selbst bewusst zurücknehmen und aktiv zuhören. Nur so wirst du erfahren, was dir mitgeteilt wird. Das Prinzip vom Sender und Empfänger spielt beim aktiven Zuhören eine wesentliche Rolle. Aktives Zuhören bedeutet, genau zuzuhören und sich auf den Inhalt des Gesagten zu konzentrieren.

Beim normalen Zuhören besteht ein ähnliches Risiko für Missverständnisse wie beim "Stille Post-Spiel". Oft wird eine Mitteilung ganz anders interpretiert, als diese ursprünglich gemeint war. Durch aktives Zuhören kannst du solche Fehlerquellen ausschalten. Gegebenenfalls solltest du nachfragen, um sicherzustellen, dass du dein Kind auch richtig verstanden hast.

Das Ziel beim aktiven Zuhören besteht im Aufbau einer besonderen Vertrauensebene sowie im Schaffen einer positiven Atmosphäre. Wenn du die Kunst des aktiven Zuhörens beherrscht, gewinnst du das Vertrauen deiner Kinder und kannst die Beziehungen zu deinen Familienmitgliedern verbessern.

Aktiv zuhören bedeutet ebenfalls, dass du bereit bist, gemeinsam mit deinem Kind bei eventuellen Problemen eine Lösung zu finden. Wenn du aktiv zuhörst und dein Kind wertschätzt, kann es Vertrauen aufbauen. Durch dein Verhalten hat es die Möglichkeit, seine Gefühle mitzuteilen und lernt, Probleme eigenständig zu lösen. Die Gesprächstechnik des aktiven Zuhörens hilft dem Kind auch, Selbstvertrauen zu entwickeln.

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